Apr 01 2015

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Thüringen im April – Der Vormarsch der 3. US-Army

Abgelegt 10:07 unter Allgemein

Im März 1945 überschritt die 3. US-Army unter General Gerog S. Patton den Rhein und stieß zügig gen Osten vor. Ende März erreichten sie die Grenze zu Thüringen. Erst am 31. März 1945  beschlossen der US-Oberbefehlshaber in Europa, General Dwight D.  Eisenhower,

und General Omar N. Bradtey den Angriff auf Thüringen. Ein Grund waren den  Amerikanern vorliegende Hinweise, dass sich wichtige NS-Kommandostellen  nach Thüringen abgesetzt hatten. Die bereits weit nach Hessen  vorgedrungene 3. US-Army erhielt für 24 Stunden freie Hand. In dieser Zeit sollte sie die thüringische Ortschaft Ohrdruf erreichen, wo sich nach Informationen eines deutschen Überläufers ein hochrangiges deutsches Hauptquartier oder eine Kommunikationszentrale befinden sollten.

Die Operationsdirektive war das Auffinden und Erobern des deutschen Nachrichtenzentrums sowie der schnelle Vormarsch auf die damalige Landeshauptstadt Weimar. Am 1. April gingen bei Creuzburg die ersten Truppen der 4. Panzerdivision über die Werra. Auf Befehl  des NS-Gauleiters war die Stadt zur Festung erklärt worden. Wie zuvor  schon die Brücke Hörschel wurde auch die Brücke über die Werra bei Creuzburg vor den Augen der Amerikaner bei deren Eintreffen gesprengt. Im sinnlosen Bemühen, das Vorrücken der GIs aufzuhalten, ließen viele Menschen ihr Leben. 

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Die US-Army überquert den Rhein auf einer provisiorischen Brücke. (März ’45)

 
Etwa zur gleichen Zeit waren Panzerkräfte von Herleshausen nach Altefeld  und Willershausen sowie über den Hachenberg nach Ifta vorgedrungen. Nach der kampflosen Übergabe Iftas konzentrierten sich auch diese Kräfte  auf den Raum Creuzburg. Beim Beschuss versank nahezu der gesamte Ort in  Schutt und Asche, wer sich retten konnte floh in die umliegenden  Wälder. Doch erst am 2. April gelang es den Amerikanern, den Fluss bei Creuzburg und Spichra komplett zu überqueren.
Am gleichen Tag musste der größte Teil der Häftlinge des Lagers Ohrdrufs unter SS-Bewachung in einem Todesmarsch 51 Kilometer nach Buchenwald marschieren. Die Anzahl der Häftlinge, die während des Marsches zusammenbrachen und starben oder von den SS-Bewachern erschossen wurden, kann nur geschätzt werden. Neben den 60 bis 70 Toten, die offensichtlich vor dem Marsch erschlagen oder erschossen worden waren, weil sie nicht marschfähig erschienen, gab es einige Überlebende, die sich vor den SS-Wachen verstecken und so der erneuten Verschleppung entgehen konnten.
Bis zum 4. April gelang den Truppen General Pattons dann der Vormarsch entlang der heutigen Bundesautobahn 4. Bad Salzungen, Gotha und Suhl wurden zum Teil kampflos erobert. Dazu konnten Teile des VIII. Corps der Panzerdivision und des 354th Infantry Regiment das KZ-Außenlager Ohrdruf, dank der Hilfe geflohener Häftlinge, ausfindig machen und ebenfalls befreien, genauso wie 400 gefangene britische Offiziere bei Lengenfeld.
Eisenhower, der das Lager in Ohrdruf besuchte, beschrieb es wie folgt: „…the most interesting—although horrible—sight that I encountered during the trip was a visit to a German internment camp near Gotha. The things I saw beggar description. While I was touring the camp I encountered three men who had been inmates and by one ruse or another had made their escape. I interviewed them through an interpreter. The visual evidence and the verbal testimony of starvation, cruelty and bestiality were so overpowering as to leave me a bit sick. In one room, where they were piled up twenty or thirty naked men, killed by starvation, George Patton would not even enter. He said that he would get sick if he did so. I made the visit deliberately, in order to be in a position to give first-hand evidence of these things if ever, in the future, there develops a tendency to charge these allegations merely to ‚propaganda.‘
eisenhower ohrdruf

General Dwight D. Eisenhower besuchte am 12. April ’45 das Lager Ohrdruf.

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